Pilatus PC-21
Jetpiloten-Ausbildungssystem PC-21 (JEPAS PC-21)

Hersteller: Firma PILATUS Aircraft Ltd, Stans, Schweiz
Baujahr: 2007
Verwendungszweck:
- Grund- und Fortgeschrittenenausbildung für Jetpiloten
- Luftkampf-, Blind- und Kunstflugschulung
Besatzung: 1 Pilot, 1 Schüler oder 1 Passagier
Im Einsatz seit: 2008
Anzahl Flugzeuge: 6
Immatrikulation: A-101 bis A-106
Der Pilatus PC-21 ist bezüglich Avionik und Systemstraining topmodern und ermöglicht ein Training, welches auf den früher eingesetzten Jetschulflugzeugen so nie möglich war. Ein Nachteil des PC-21 ist die beschränkte Flugleistung. Dies, weil der Turbopropantrieb nicht die Leistung eines Jet erbringen kann. Negativ fällt auch die Verzögerung bei der Beschaffung des Simulators PC-21 ins Gewicht, insbesondere hinsichtlich Konsequenzen auf die Umwelt (Lärm), Ausbildungskosten und Flugsicherheit. Mit dem Jetpiloten Ausbildungssystem PC-21 (JEPAS PC-21) beschreitet die Schweizer Luftwaffe neue Wege, indem Piloten von der PC-21 direkt auf die Boeing F/A-18 Hornet umschulen. Eine Weltneuheit. In den 90er-Jahren war das Ziel der Ausbildung die Umschulung auf Hawker Hunter oder Northrop F-5 Tiger II. Ende der 90er-Jahre wurde klar, dass man sich an den Vorgaben der F/A-18 ausrichten musste. Der Schulungsweg ging von der Pilatus PC-7 Turbo-Trainer via F-5 Tiger zur F/A-18 Hornet. Doch ein Jetschulflugzeug sollte dem späteren Einsatzflugzeug gerecht werden. Dies war mit dem F-5 Tiger nicht sichergestellt. Die Idee, von einem modernen Propellerflugzeug direkt auf die F/A-18 umzusteigen, war geboren. PC-21 heisst die Realisierung.
Die Ausbildung für einen Berufsmilitärpiloten dauert rund 5 Jahre und 4 Monaten. Zuerst sind 3 Jahre und 4 Monate Aviatik-Studium nötig mit integrierter Linienpilotenausbildung. Die eigentliche militärische Flugausbildung dauert zwei Jahre: Nämlich 30 Wochen auf Pilatus NCPC-7 und 45 Wochen auf dem PC-21. Während diesen 45 Ausbildungswochen werden Themen wie die technische Umschulung, Ausbildung im Wolkenflug (IFR), Verbandsflug, Navigation, Luft-Boden Angriffe, Luftpolizeidienst und Luftkampf ausgebildet. Für jeden Schüler sind 210 Missionen vorgesehen.
Die sechs Maschinen wurden im Rahmen des Jetpiloten-Ausbildungssystems (JEPAS), das die Schweiz für 115 Millionen Franken mit dem Rüstungsprogramm 2006
beschaffte, im Jahr 2008 abgeliefert und eingeführt. Am 20. Juli 2007 startete der HB-HYA mit der Werknummer 103 auf dem Flugplatz Buochs zu seinem ersten Flug. Es war der erste PC-21 Prototyp für die Schweizer Luftwaffe, der später das militärische Kennzeichen A-101 erhielt. Die zweite Maschine (Werknummer 104) wurde, wie schon der erste PC-21, auch am 06.07.2007 vorerst zivil als HB-HYB immatrikuliert. Diese beiden Prototypen wiesen anfangs noch nicht exakt die von der armasuisse
definierte Konfiguration auf, wurden aber später auf den Stand der Serie modifiziert.
Die Luftwaffe plante bereits für Mitte 2008 den ersten Kurs für die Pilotenklasse 2004
(PK 04) mit dem revolutionären Trainingskonzept. Parallel dazu wurde der letzte Pilotenkurs (PK 03) zu Ende geführt, welcher noch den F-5F Tiger II als Ausbildungsflugzeug nutzte.
Technische Daten
| Max. Geschwindigkeit: | 370 Knoten (685 km/h), Mach 0.72 |
| Max. Steigleistung: | 4'250 ft/min (1'295 m/min) |
| Max. Einsatzhöhe: | 25'000 ft über Meer (7'620 m über Meer) |
| Max. Reichweite: | 720 NM (1'333 km) |
| Bauart: | Freitragender Tiefdecker, Metallbauweise Semi Monocoque Design. Fahrwerk, Landeklappen und Luftbremse hydraulisch betrieben |
| Länge: | 11.23 m |
| Höhe: | 3.75 m |
| Spannweite: | 9.10 m |
| Leergewicht: | 2'270 kg |
| Max. Abfluggewicht: | 4'250 kg |
| Triebwerk: | Propellerturbine Pratt & Whitney Canada PT6A-68B |
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