Hersteller: Aérospatiale Marignane, France
Baujahre: 1987 / 1989
Verwendungszweck: Transport, Rettung, Katastrophenhilfe
Besatzung: 2 Piloten
Transportkapazität / Nutzlast: 18 Passagiere oder max. 4 t Zuladung oder Aussenlast
Anzahl Helikopter: 15
Anzahl Helikopter noch im Einsatz: 15 (Bestand im April 2012)
Registrationen: T-311 bis T-325
Dieses Modell ist eine Weiterentwicklung des früheren Typs SA.330 Puma. Im Jahre 1963 ging die französischen Firma Aérospatiale (vormals Sud-Aviation, heute Eurocopter) nach einem von den französischen Streitkräften aufgestellten Pflichtenheft an die Entwicklung eines allwettertauglichen Transporthelikopters mittlerer Grösse. Vorerst wurden zwei Prototypen und fünf Vorserienmodelle hergestellt, die ab 1965 in die Erprobungsflüge gingen und später in Serie gebaut wurden. Im Jahre 1967 wählte auch die Royal Air Force den SA.330 Puma als Transporthubschrauber und liess ihn gemeinsam mit den Franzosen bei Westland Helicopters Ltd. in England bauen. Der Puma ist mit zwei Turbinentriebwerken Turboméca Turmo III ausgerüstet und kann mehr als sein Eigengewicht von 3,2 t als Nutzlast mitführen. Die ersten für die französische Aviation Légère de l'armée de Terre (ALAT) hergestellten SA.330B wurden im März 1969 ausgeliefert. 1986/87 wurde der SA.330 bereits in rund 30 Ländern verwendet. Rumänien baute den Typ für seine Streitkräfte, aber auch für andere Kunden wie die Vereinigten Arabischen Emirate in Lizenz.
Seit der 1962 eingeführten Aufstellung von Leichtfliegerstaffeln hat bei der Schweizer Luftwaffe die Bedeutung der Hubschrauber stetig zugenommen. Nach den mit dem Hiller UH-12B und den vier Sud-Aviation S.O.1221S Djinn gemachten Erfahrungen, sind die leichten Sud-Aviation SE-3130 Alouette II und Sud-Aviation SE-3160 Alouette III zu den Standardmodellen geworden.
Das Bedürfnis nach etwas schwereren Helikoptern stellte sich bald, so dass 1986 bei Aérospatiale vorerst drei SA.332 (später AS332 Super Puma) zur Erprobung für die Schweizer Luftwaffe bestellt wurden, die seit 1987 im Einsatz sind. Gegenüber dem SA.330 Puma hat der Super Puma neben anderen Modifikationen ein stärkeres Triebwerk, eine grössere Ladekapazität und eine bessere Allwettertauglichkeit. Als Truppentransporter kann er zwei Piloten und achtzehn voll ausgerüstete Soldaten befördern. Umgerüstet als Ambulanzhelikopter finden sechs Verwundete auf Bahren Platz.
Kaum war die erste Maschine im Sommer 1987 ausgeliefert, wurde die Schweiz von schwersten Unwettern heimgesucht. Bei erfolgreichen Hilfseinsätzen in den Kantonen Uri, Graubünden und Wallis erwies sich der Super Puma als wirkungsvolles Transportmittel. Ohne diesen leistungsstarken Helikopter wären die Transporte von Baumaschinen, Geniematerial usw. nicht innerhalb der notwendigen Zeit möglich gewesen.
Ähnlich positive Erfahrungen machte wenig später die Truppe. Zahlreiche Angehörige der Armee profitieren bei ihren Dienstleistungen immer wieder von der Transportkapazität des Super Puma. Die Nachfrage für Super-Puma-Einsätze stieg sprunghaft. So wurden 1989 weitere 12 Super Puma bestellt. Dieser weltweit eingesetzte Transporthelikopter bewährte sich bei den verschiedensten Truppeneinsätzen bestens und wurde auch bei friedenserhaltenden und friedensfördernden Aktionen zum unentbehrlichen Gerät.
Die Super Puma werden bei der Schweizer Armee auch mit Transporthelikopter 89 (TH 89) bezeichnet.
Mit dem Rüstungsprogramm 1998 wurde für 320 Millionen Franken die Beschaffung weiterer zwölf mittelschwerer Transporthelikopter 98 (TH 98) vorgeschlagen und bewilligt. Da es sich bei diesen von Eurocopter hergestellten Helikopern um eine neue Generation hinsichtlich Ausrüstung handelt und um Missverständnissen vorzubeugen, erhalten diese neuen Maschinen die Bezeichnung AS532UL und den Namen Cougar.
Am 2. April 2012 konnte der Kommandant der Luftwaffe, KKdt Markus Gygax, in Emmen offiziell die ersten beiden werterhaltenen Super Puma übernehmen. Diese Helikopter wurden, wie im Rüstungsprogramm 2006 beschlossen, umfassend modernisiert und erhielten nach diesen Arbeiten die neue Bezeichnung Transporthelikopter 06 (TH06). Dieses Werterhaltungsprogramm, das durch RUAG Aviation in Emmen durchgeführt wird, soll im Jahr 2014 mit der Abgabe des letzten von 15 Super Puma (TH06) an die Luftwaffe angeschlossen sein.
Anders als bei den TH89 sind bei den TH06 die vom Cougar (TH98) her bekannten Luftfilter vor den Triebwerkseinlässen (Multi Purpose Air Intakes) montiert, sonst unterscheiden sie sich äusserlich nur in Details von den TH89 Super Pumas. Die neue, nach unten zeigende, schwarze Antenne am Heckausleger des TH06 zählt aber zu den gut sichtbaren Erkennungsmerkmalen.
Bilder und weitere Informationen zum Super Puma finden Sie auf den folgenden Unterseiten: