Zweiter Weltkrieg
Ohne Luftüberlegenheit kein Erfolg! Die Schlacht um England 1940 und die Invasion der Alliierten in der Normandie 1944 gegen Hitler- Deutschland sind bemerkenswerte Beispiele dafür.


- Fliegerbeobachtungsposten: Die Frauen halten Einzug
Die Schweizer Flieger- und Fliegerabwehrtruppen mobilisierten am 28. August 1939, drei Tage vor Kriegsausbruch. Sie verfügten über 86 Jagd- sowie 121 Beobachtungs- und Erdkampfflugzeuge. Von den 21 Fliegereinheiten galten nur deren drei als kriegstüchtig; fünf besassen keine Flugzeuge. Die Lücke wurde sukzessive durch Ankauf von weiteren Messerschmitt Me-109 Maschinen und in Lizenz gefertigten Morane-Saulnier D-3800 Jägern geschlossen. 1943 nahm das Eidgenössische Flugzeugwerk in Emmen seinen Betrieb auf.


- Flabscheinwerfer suchen nach Fremdflugzeugen
In kürzester Zeit zog sich die Fliegertruppe ins Reduit zurück. Geschützte Flugplatzanlagen entstanden, z.B. in Alpnach, Meiringen und Turtmann. 1942/1943 wurde der
Flieger-Gebirgsschiessplatzes Axalp-Ebenfluh in Betrieb genommen. Das 1941 gegründete
Ueberwachungsgeschwader konnte ab 1943 aktiv eingreifen. 1944 wurde versuchsweise ein Nachtgeschwader gebildet, das 1950 wieder aufgelöst wurde.


- Bodenfunkstation mit Tretgenerator
Die Fliegertruppe stand gemeinsam mit der sich im Aufbau begriffenen Fliegerabwehr, teils gesammthaft, teils in Ablösungen im Aktivdienst. In den ersten Kriegsmonaten kamen die Flieger- und Fliegerabwehrtruppen nur sporadisch zum Einsatz. Erst als am 10. Mai 1940 die deutsche Offensive gegen Westen und damit die zweite Generalmobilmachung der Armee ausgelöst wurde, mehrten sich die Grenzverletzungen durch deutsche Flugzeuge.


- Dieser deutsche Bomber vom Typ Heinkel He 111P-2 wurde am 2. Juni 1940 durch Schweizer Jagdflugzeuge Messerschmitt Me-109 Jäger bei Ursins bei Yverdon zur «Landung» gezwungen.
Der Angriffsgeist der Schweizer Besatzungen, die insbesondere anfangs Juni 1940 ihre defensive Aufgabe erfüllten, wurde zum eindrücklichen Symbol des Widerstandswillens. Die Fliegertruppe schoss im Luftkampf mehrere Flugzeuge der Luftwaffe Görings ab. Sie hatte aber in dieser Zeit auch selber drei Todesopfer zu beklagen. Am 20. Juni 1940 (und bis Ende Oktober 1943) verbot General Guisan aus politischen Gründen Luftkämpfe über schweizerischem Hoheitsgebiet. Im September 1944 gab es noch einen Abschuss einer Schweizer Maschine mit Todesfolge, diesmal durch eine Besatzung der United States Army Air Force (USAAF).
Der Neutralitätsschutz wurde der Fliegerabwehr übertragen. In den ersten Kriegsjahren kam sie wenig zum Einsatz, da die meisten Grenzverletzungen längs der Landesgrenze stattfanden. Später war der Einsatz, insbesondere der schweren Fliegerabwehr, ausgesprochen rege; beinahe alle Batterien kamen zum Schuss. Allein ihre Anwesenheit und ihre stete Kriegsbereitschaft hatten einen grossen abschreckenden Charakter.


- Messerschmitt Me 109G-6
Ganz besondere Bedeutung kam ebenfalls dem Fliegerbeobachtungs- und Meldedienst FlBMD zu, da er als einzige Nachrichtenquelle für die Luftwaffe, aber auch für Wettermeldungen und Erdbeobachtungen zur Verfügung stand. Zur besseren Erkennung wurden die Schweizer Flugzeuge mit einer Neutralitätsbemalung versehen (siehe Foto der Me 109G-6 oben).


- Boeing B-17 Flying Fortress.
Im Aktivdienst wurden 6'501 Grenzverletzungen gezählt, 198 fremde Flugzeuge landeten auf Schweizer Hoheitsgebiet, 56 stürzten ab.
Der Auftrag der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen entwickelte sich im Kriegsverlauf. Verbesserungswürdig waren unter anderem die Zusammenarbeit mit den Erdtruppen und die schwerfällige Organisation.


- Consolidated B-24H Liberator in der Wiese Altenrhein (SG) am 11. Juli 1944. / Foto: Copyright www.warbird.ch von Werner Schmitter, Rolf Zaugg und Dani
Egger.


THE BIG SWING
Am 7. Februar 1945 stürzte bei Bellinzona (TI) eine North American B-25 Mitchell ab. Die Besatzung rettete sich mit dem Fallschirm und wurde interniert. Diese Geschichte des letzten Einsatzes der «Big Swing» wird in einem 2011 erschienen Buch von Christian & Manuela Gloor beschrieben. Weitere Informationen finden Sie im folgenden PDF.
Dies ist das Schicksal einer einzigen Bomberbesatzung, aber die Schilderungen und BIlder, sowie Augenzeugenberichte und Zeitungsartikel lassen einen lebendigen Einblick in die damaligen Ereignisse zu.