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Schweizer Luftwaffe

Zweiter Weltkrieg - Jugendhilfsdienst

Arnold Juker

Erinnerungen an den Jugendhilfsdienst beim Fliegerbeobachtungs- und Meldedienst
1941 – 1943

Bearbeitet von Walter Dürig, März 2010

Eine Spähablösung auf dem Signal de Lausanne, 1942
Eine Spähablösung auf dem Signal de Lausanne, 1942
 Korpskommandant a D Walter Dürig (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

 

 

Gleich nachfolgend ist das titelerwähnte Dokument als 29seitiges PDF-File publiziert. Der Text «Zum Geleit» von Korpskommandant Walter Dürig, 1987-1989 Kommandant der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen (FF Trp), stammt aus dieser Publikation. Herr Dürig hat uns als Herausgeber die Bewilligung gegeben, dieses interessante Zeitdokument hier zu veröffentlichen.

Foto links: Korpskommandant a D Walter Dürig
Kontakt via E-Mail wrd@wrd.ch

 

 

 

Zum Geleit

Am 1. September 1939, unmittelbar beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, wurde der Fliegerbeobachtungs- und Meldedienst dem Kommando der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen unterstellt. Um die Zivilbevölkerung bei der Gefahr von Luftangriffen zu alarmieren und die Abwehrmittel – Jagdflugzeuge und Fliegerabwehrbatterien – einsetzen zu können, war eine laufende Übersicht über das Geschehen im eigenen Luftraum notwendig. Die damaligen zivilen und militärischen Luftfahrzeuge wurden von Kolbenmotoren mit Propellern angetrieben. Die Flüge fanden im Luftraum unter 6 km Höhe statt. Die Reisefluggeschwindigkeit lag bei etwa 200 bis 500 km/h. Es war somit möglich, die meisten Flugbewegungen zu sehen oder mindestens zu hören. Mittel für die elektronische Erfassung der Luftlage gab es damals nicht.

In der Zeitperiode des vorliegenden Berichts waren 229 über die ganze Schweiz verteilte Fliegerbeobachtungsposten mit 37 Auswertezentralen verbunden. Die Übermittlung der Meldungen über erfasste Flugbewegungen und andere Ereignisse erfolgte über Telefonstandleitungen, dem sogenannten C-Netz. In den Auswertezentralen wurden aus den Fliegermeldungen regionale Luftlagebilder für den Warndienst erstellt und telefonisch an eine Einsatzzentrale der Flieger- und Fliegerabwehrtruppen weitergeleitet. Von dort aus erfolgte die Koordination der Luftverteidigung mit Jagdflugzeugen und Fliegerabwehrbatterien.

Der Fliegerbeobachtungs- und Meldedienst FlBMD wurde für den Betrieb dieses Systems, das im aktiven Dienst rund um die Uhr funktionieren musste, geschaffen. Er war in Zonen und Gruppen gegliedert. Es handelte sich um eine sehr personalintensive Aufgabe. Die Beobachtungsposten und die Auswertezentralen wurden hauptsächlich von hilfsdienstpflichtigen Männern und Freiwilligen des Frauenhilfsdienstes betrieben.

Der Jugendhilfsdienst stellte für den Betrieb der Beobachtungsposten eine sehr erwünschte personelle Ergänzung des Fliegerbeobachtungs- und Meldedienstes dar. 17 bis 19-jährige Jugendliche wurden an zwei bis vier Tagen ausgebildet, danach vereidigt und in die Pflicht genommen. Sie mussten eine Arbeit verrichten, die Ausdauer, Zuverlässigkeit, Aufmerksamkeit und Genauigkeit erforderte. Die Postenchefs in der gleichen Alterskategorie mussten – ohne besondere Ausbildung – die Verantwortung für den Betrieb, die Versorgung und für die unterstellten jugendlichen Späher übernehmen.

Über dieses spezifisch schweizerische System des Jugendhilfsdienstes während des aktiven Dienstes von 1939 bis 1945 bestehen nur wenige öffentlich zugängliche Unterlagen und Aufzeichnungen. Der vorliegende Erlebnisbericht von Arnold Juker beschreibt diesen Dienst umfassend und in allen Details. Er ist vergnüglich zu lesen. Ich teilte im Jahre 1993 die Ansicht von Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg, der Bericht müsse unbedingt bearbeitet und veröffentlicht werden.

In einer Anwandlung von Selbstüberschätzung offerierte ich Arnold Juker, ich würde sein Werk bearbeiten und zur Publikation vorbereiten. Inzwischen sind bald 17 Jahre verflossen. Ich habe für diese lange «Lieferfrist» Gründe – und auch gute Ausreden. Die geeigneten Hilfsmittel zur Bewältigung einer solchen Arbeit mit einem vertretbaren Aufwand und genügender Qualität stehen mir als privatem Anwender erst seit etwa zwei Jahren zur Verfügung.

Nun sind mir die wertvollen Unterlagen von Arnold Juker kürzlich wieder in die Hände geraten. Ich habe mich an die Arbeit gemacht. Text und Bilder wurden digitalisiert, formatiert und als Broschüre bearbeitet. Der Text ist an die heutige Schreibweise angepasst. Zur guten Lesbarkeit ersetzte ich die meisten Abkürzungen durch ausgeschriebene Begriffe. Das Ergebnis ist ein wirklich interessantes Zeitdokument, das ich der Öffentlichkeit im Internet zugänglich machen werde.

Walter Dürig
Gockhausen, im März 2010

Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Luftwaffe
Zuletzt aktualisiert am: 12.05.2010
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