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Schweizer Luftwaffe

Dassault Mirage IIIRS

Mirage IIIRS (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Entwicklung: Avions Marcel Dassault, Frankreich
Lizenzbau: F+W Emmen (heute RUAG Aviation), Pilatus AG, FFA
Baujahr: Original 1965; Serie 1967
Verwendungszweck: Aufklärung
Besatzung: 1 Pilot
Im Einsatz: 1965 - 2003
Anzahl Flugzeuge: 18

Registrationen: R-2101 bis R-2118

 

Logo Mirage IIIRS

Die Aufklärer Dassault Mirage IIIRS wurden Ende 2003 bei der Schweizer Luftwaffe ausser Dienst genommen. Die restlichen dreizehn Flugzeuge wurden am 26. November 2004 in Buochs (NW) versteigert. Die Mirage-Aufklärerpiloten wurden am Funk mit AMIR (Aufklärer-Mirage) aufgerufen, deshalb ist diese Version bei uns auch als AMIR bekannt.

Seit den 60er Jahren hatte die Schweizer Luftwaffe Mirage III Kampfflugzeige in drei Ausführungen (Abfangjäger, Aufklärer und Doppelsitzer BS bzw. DS) im Einsatz. Die insgesamt 61 Maschinen umfassende Mirage-Flotte wurde in mehreren Schritten ab 1965 bis 1983 für die Schweizer Luftwaffe beschafft.

 

Bereits Ende 1999 wurden 29 Jagdflugzeuge des Typs Mirage IIIS ausser Dienst gestellt. Vierzehn dieser Maschinen wurden zerlegt. Die gewonnen Ersatzteile wurden für den Weiterbetrieb der verbliebenen Mirage III-Flotte verwendet. Auch die Doppelsitzer IIIBS und IIIDS wuden schliesslich ausgemustert.

 

Mirage IIIRS (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Die Beschaffung und Einführung der Aufklärerversion Mirage IIIRS erfolgte zusammen mit der Mirage IIIS. Der Unterschied liegt aber in der Ausrüstung und im Einsatz der RS-Typen. Bei den Aufklärerflugzeugen sind im Rumpfbug verschiedene, sehr leistungsfähige Reihenbildkameras mit grossem Auflösungsvermögen eingebaut. Ein Infrarot-Line- Scanner kann mittels eines Centerline-Pods mitgeführt werden.

 

Badge der Fl St 10 (Vergrösserung im neuen Fenster)

Im Tiefflug über Feindgebiet können sie damit Aufmarschachsen, Truppentransporte und Stellungsräume fotografisch erfassen. Die Aufklärungsbilder werden ausgewertet, und die Informationen dienen der politischen und militärischen Führung zur Lagebeurteilung. Die 16 Mirage Aufklärertypen standen bis Ende 2003 erfolgreich in der Fliegerstaffel 10 im Einsatz und wurden im Rahmen der Kampfwertsteigerung ebenfalls mit neuer Tarnbemalung und mit Entenflügel (Canards) ausgerüstet.

 

Mit dem Überschall-Aufklärer Mirage unterwegs zu sein, bedeutete mit einer Geschwindigkeit von 250 bis 300 Metern pro Sekunde Ziele im Mittelland im Tiefflug 50 bis 100 Meter über Boden oder in den Alpen 300 Meter über Grund zu erkennen und den fotografischen Beweis nach Hause zu bringen. Unzählige Erprobungsflüge für den Kameraeinsatz mussten anfänglich geflogen werden, um Verbesserungsvorschläge für den Bildfluss der Kamera zu machen. Denn der Filmlauf des «fliegenden Spions» musste ja die rasende Geschwindigkeit mitmachen. Dazu wurde der Film während der Aufnahme mit bis zu 230 mm pro Sekunde im Verhältnis Geschwindigkeit zu Flughöhe mit bewegt, um Unschärfe zu vermeiden. Vergleichsflüge mit Venom und Mirage wurden gemacht. Mindestens einhundert mal startete Hans «Mex» Hürlimann zu Demonstrationsflügen. Schliesslich war er einer derjenigen, welche am längsten Mirage-Jets flogen. Hans Hürlimann war 28 Jahre Mirage-Pilot, 1700 Mirage-Stunden stehen in seinem Fliegerbuch. Die Strecke, Dübendorf - Payerne - Schiessanflüge in Forel (Lavaux) - ein Abstecher ins Bernbiet und zurück ins Glatttal, flog er in 37 Minuten.

 

 

Technische Daten

Max. Geschwindigkeit:2'400 km/h, bzw. Mach 2.0
Max. Steigleistung:66 m/s
Max. Einsatzhöhe:18'000 m/M
Flugdauer:1 Stunde
Reichweite:1'200 km
Bauart:Freitragender Tiefdecker, Deltaform, Ganzmetall
Länge:15.48 m
Höhe:4.5 m
Spannweite:8.222 m
Rüstgewicht:6'535 kg
Zuladung:4'865 kg
Max. Abfluggewicht:11'400 kg
Triebwerk:Modell ATAR 09 C-3
Hersteller:SNECMA, Werk Vilaroche, F, und Gebr. Sulzer, Winterthur
Typ:Axial-Turbo-Strahltriebwerk
Leerlauf-Drehzahl am Stand: 2900 U/min; bei Vollast:8'400 U/min
Standschub ohne Nachbrenner:4'300 kp
Standschub mit Nachbrenner:6'000 kp
Ausrüstung:Schleudersitz, Druckkabine, Einziehfahrwerk, Radbremsen, Landebremsschirm, Stabilisierungsklappen, Luftbremsen, Sauerstoffgerät, Funk- und Navigationssysteme, Aufklärer-, Blind- und Nachtflugausrüstung
Bewaffnung:Kanonen, Lenkwaffen
Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Luftwaffe
Zuletzt aktualisiert am: 11.04.2012
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