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Schweizer Luftwaffe

Die Pionierzeit

Daidalos und Ikaros (Dädalus und Ikarus) - Relief in der Villa Albani, Rom (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

Uralt ist der Menschen Wunsch, sich mit Hilfe von Flügeln in die Luft zu erheben. Ikarus, der mit Vogelschwingen der Gefangenschaft entfliehen will, wird zur Personifizierung des menschlichen Drangs nach Beherrschung der Lüfte.

Aber erst nach den Flügen von Heissluft- und gasgefüllten Ballonen 1783 und dem ersten Gleitflug 1891 folgen nach 1900 die lenkbaren Luftschiffe, deren Eignung für militärische Zwecke offensichtlich ist.

 

Flugplatz auf dem Beundenfeld
Der erste Flugplatz auf dem Beundenfeld.

Der erste Motorflug von Orville WRIGHT am 17. Dezember 1903 auf den Devil Hills bei Kitty Hawk an der Atlantikküste von North Carolina (USA) mit seinem Wright Flyer I eröffnete neue Möglichkeiten für die militärische Nutzung von Fluggeräten.

 

 

 

In der Schweiz gehen die Anfänge der Militäraviatik auf 1891 zurück, als der Generalstab die Anschaffung eines Fesselballons prüfte. Nach Ankauf eines solchen rückten 1900 Freiwillige zur ersten Luftschiffer Rekrutenschule in Bern ein. 1912 rief die Schweizerische Offiziersgesellschaft zu einer Nationalspende für das Militärflugwesen auf. Das Resultat von 1,7 Mio. Franken übertraf alle Erwartungen. Die Behörden nahmen die neuen Ideen nur widerstrebend auf.

 

Militärpiloten
Die ersten eingerückten Militärpiloten.

Gründung der
Schweizer Luftwaffe

Mit dem Ausbruch des Kriegs änderte sich die Lage schlagartig. Am 31. Juli 1914 wurde Hauptmann Theodor Real, Instruktor der Kavallerie und Pilot in Bern mit der Aufstellung einer Fliegertruppe betraut. Der Bundesrat verordnete am 3. August 1914 die erste schweizerische Fliegerabteilung. Hauptmann Real stellte auf dem Beundenfeld (Berner Allmend) mit zehn Piloten, acht Flugzeugen und einem Reservemotor die Schweizerische Fliegertruppe auf.

Bei den berühmten Flugpionieren, darunter acht Romands, handelt es sich um Edmond Audemars, Oskar Bider, Ernest Burri, Alfred Comte, Albert Cuendet, François Durafour, René Grandjean, Henri Kramer, Marcel Lugrin und Agénor Parmelin. Fünf der Flugzeuge bringen die Piloten aus privatem Besitz selber mit, so zum Beispiel Oskar Bider seine zwei Blériot XI Eindecker (Flugzeuge mit Maschinengewehren auszurüsten verletzen allerdings seine ethische Vorstellungen), während andere einen Farman-Doppeldecker, einen Grandjean-Eindecker und einen L.V.G.-Doppeldecker und ein Aviatik C-1 Doppeldecker «beisteuern». Drei ausländische «Aeroplane» konfisziert Real an der Landesausstellung in Bern. Es sind dies nochmals je ein Blériot-Eindecker, ein L.V.G.-Doppeldecker und ein Aviatik C-1 Doppeldecker. Die Piloten bringen nicht nur ihre eigenen Flugzeuge, sondern auch ihre Mechaniker mit.

Im Dezember 1914 wurde vom improvisierten Flugplatz Beundenfeld beim Wankdorf-Stadion nach Dübendorf übersiedelt, wo 1915 die erste Pilotenschule gegründet wurde. Der erste Aussenposten war Claro im Tessin. Die Piloten traten während des Kriegs selten in Aktion und konzentrierten sich deshalb auf Ausbau und Schulung.

 

Flugdemonstration
Flugdemonstration damals.

Im Ersten Weltkrieg von 1914-1918 wurde die Bedeutung von Luftüberlegenheit, Luftaufklärung und Erdkampf erkannt. Luftstreitkräfte nahmen in diesem Krieg schnell an Bedeutung zu, konnten sich jedoch nicht zur kriegsentscheidenden Waffe durchsetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Luftwaffe, neben Heer und Marine, zur dritten Teilstreitkraft.

 

 

 

 

Capotage
Capotagen lagen an der Tagesordnung.

In der Zwischenkriegszeit galten die Flieger als Hilfswaffe, die von einem Sektionschef des Generalstabs verwaltet wurde. Ständige Flugplätze waren zunächst Dübendorf, dann Thun und Lausanne (ab 1919) so wie Payerne (ab 1921).

 

Dewoitine D.26 / Foto: Hugo Freudiger (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Dewoitine D.26, im Einsatz von 1931 bis 1948.

Weitere Meilensteine: ab 1921 Fliegerrekruten-, Unteroffiziers- und Offiziersschulen, 1924 Gründung des heutigen Fliegerärztlichen Instituts, 1930 Einbezug der Erdkampftaktik (die 1994 mit der Stilllegung der Hunter-Flotte vorläufig eingestellt werden musste), 1934 Aufstellung des Fliegerbeobachtungs- und Meldedienstes, 1938 erste Übermittlungsrekrutenschule.

 

Flugmeeting Zürich 1932
Internationales Flugmeeting Zürich 1932

Eine radikale Wendung erfolgte am 13. Oktober 1936: Aufgrund der politischen Entwicklung in Europa und der allgemeinen Aufrüstung wurde die Bedeutung der Luftkriegführung auch in der Schweiz endlich erkannt und der Bundesrat erklärt die Fliegertruppe zu einer selbstständigen Waffengattung. Bald stiessen auch neue Flugzeugtypen zu den neu geschaffenen «Flieger- und Fliegerabwehrtruppen» (FF Trp). Die Abteilung für Flugwesen und Fliegerabwehr wurde geschaffen mit einem Divisionär an der Spitze.

 

Bücker Bü 133C Jungmeister / Foto Abt. der Militärflugplätze, D 1226 (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Bücker Bü 133C Jungmeister

Im Januar 1937 übernahmen die FF Trp den ersten, im Herstellerwerk in Berlin gebauten

 

K+W C-35 / Foto Abt. der Militärflugplätze, D 12885b (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
K+W C-35

Im Mai 1937 folgten dann die ersten K+W C-35, zweisitzige Kampfflugzeuge, in Gemischtbauweise hergestellte Doppeldecker. Zwar bewährten sich die in 90 Exemplaren eingesetzten Flugzeuge, aber sie waren schon bei der Ablieferung veraltet.

 

Fliegerabwehr
Die Fliegerabwehr der ersten Stunde.
Bereits 1935 war mit dem Aufbau einer wirkungsvollen Fliegerabwehr begonnen worden. Innert kürzester Zeit wurde der Bestand an Flugzeugbesatzungen verdoppelt. Die erste Serie der bestellten Kampfflugzeuge vom Typ Messerschmitt Me 109 traf noch rechtzeitig vor dem Krieg ein.

 

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    Zuletzt aktualisiert am: 18.04.2012
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