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Schweizer Luftwaffe

ALBA - Dank Flexibilität zum Erfolg

Im April 1999 leistete die Luftwaffe den ersten humanitären Einsatz mit Helikoptern im Ausland.

 

Bern, 06.04.2009

Vor zehn Jahren, am Dienstag, 6. April 1999, startete der Super Puma T-312 im italienischen Brindisi zu seinem Flug nach Tirana in Albanien. Damit begann für die Schweizer Luftwaffe eine neue Ära, jene der humanitären Missionen im Ausland.

Die Operation ALBA hatte für die Luftwaffe erst wenige Tage vor der ersten Landung in Tirana begonnen. «Am Donnerstag, 1. April, fand ein erster Rapport mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) statt», erklärte der damalige Brigadier und Stabschef der Luftwaffe, Christophe Keckeis, in der Luftwaffenzeitung. Es sei äusserst schwierig gewesen, über Ostern alle notwendigen Kontakte herzustellen. Dennoch konnte mit dem Falcon ein Rekognoszierungsflug durchgeführt werden. «Eine weitere Herausforderung war es, 43 Freiwillige für die Operation zu finden, die sich am Ostermontag in Alpnach zum Briefing einfanden», so Keckeis.

 

Die Luftwaffe setzte in Albanien drei Aérospatiale AS332M1 Super Puma ein, die eine UNHCR-Beschriftung erhielten. (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Die Luftwaffe setzte in Albanien drei Super Puma ein, die eine UNHCR-Beschriftung erhielten.

Auf den Entscheid des Bundesrates gewartet

Die Luftwaffe hatte die Operation ALBA, in der drei Aérospatiale AS332M1 Super Puma zum Einsatz kommen sollten, so kurzfristig geplant, dass das Okay des Bundesrates beim Abflug des T-312 noch nicht vorlag. Man entschied sich deshalb, mit dem ersten Helikopter bereits nach Brindisi zu fliegen und dort die politische Entscheidung abzuwarten. Als das «Go» aus Bern eintraf war es bereits Abend und der Luftraum über der Adria wäre für den Überflug eigentlich nicht mehr zur Verfügung gestanden. Berufsmilitärpilot Mariano Spada erinnert sich: «Die Italiener haben den Überflug dann doch noch bewilligt. Ich konnte die Angelegenheit dank meiner italienischen Muttersprache Face to Face regeln.» Die Italiener hätten sich flexibel gezeigt und die Flexibilität – vom Bundesrat bis zum Mechaniker vor Ort – sei auch der Schlüssel für das Gelingen der gesamten Operation ALBA gewesen. Er selbst habe am Karfreitag von seinem bevorstehenden Einsatz erfahren und sei dann am Ostermontag mit dem Learjet nach Brindisi geflogen, um Abklärungen für den Überflug nach Albanien zu treffen. Rückblickend, so Spada, sei ALBA ein Meilenstein für die Schweizer Luftwaffe gewesen, denn diese Operation habe den Weg für die Missionen im Kosovo (KFOR - Kosovo Force), in Bosnien (EUFOR - European Union Force) und in Sumatra (SUMA) geebnet. Im Kosovo und in Bosnien stehen heute noch je zwei Helikopter der Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Bernhard Müller, damals Chef Ressort Lufttransport und heute als Divisionär Chef Einsatz Luftwaffe, bezeichnet die Operation ALBA als Pionierleistung. Müller erinnert sich daran, dass er zehn Tage vor Beginn der Operation ALBA an einem Rapport den Referenten des Chef VBS zu Gast hatte: «Er hat uns gesagt, wir hätten in Zukunft mit unseren Helikoptern Einsätze im Ausland zu leisten. Bis es so weit sei, würden aber sicher noch zehn Jahre vergehen. Diese Zeit müsse für die Planung, Ausbildung und Training genutzt werden. Zehn Tage später ist der T-312 in Tirana gelandet.» Für den Heli-Einsatz zugunsten KFOR, der 2002 begann, habe man dann wesentlich mehr Zeit für die Planung und Ausbildung zur Verfügung gehabt. Damals habe man die Basis gelegt, um kurzfristig in unbekannten Ländern humanitäre Einsätze leisten zu können – wie beispielsweise 2005 nach dem Tsunami in Sumatra.

878 Tonnen Hilfsgüter transportiert

Die Operation ALBA dauerte bis zum 24. Juli 1999. In dieser Zeit waren in mehreren Ablösungen 136 Personen – Angehörige der Luftwaffe und Sicherungspersonal vom damaligen Festungswachtkorps – in Albanien. Sie stellten 725 Helikopter-Einsätze zugunsten des UNHCR, des UNO Hochkommissariats für Flüchtlinge, sicher, bei denen 878 Tonnen Hilfsgüter wie Nahrung, Medikamente oder Wolldecken in die Flüchtlingslager an der Kosovo-albanischen Grenze transportiert wurden. Auf den Rückflügen wurden 348 Verletzte evakuiert. Die Versorgung des Schweizer Detachements stellte eine spanische Casa 235 sicher, die ab Emmen 137 Tonnen Güter nach Tirana brachte.

 

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Zuletzt aktualisiert am: 12.05.2010
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