Zwei von sieben Pilotinnen der Schweizer Luftwaffe fliegen zur Zeit für die Airbase Alpnach. Es handelt sich dabei um die beiden Hauptleute Sibylle Frey (links) und Danielle Starkl. Beide Frauen verzeichnen denselben Ausbildungsweg. Nach der FVS (Fliegerische Vorschule) durchlaufen sie die Selektionen, absolvieren die UoS, die Pilotenschule und die Flieger OS und werden nach knapp 70 Wochen Militärdienst als Pilotinnen brevetiert. Für Sibylle Frey sind allerdings die Vorzeichen etwas anders. Sie ist 10 Jahre älter als Hptm Starkl und hätte damals noch nicht die Möglichkeit gehabt, sich als Jetpilotin ausbilden zu lassen. Beide wissen aber von Anfang an, dass sie einen Heli fliegen wollen. „Ich bin familiär in dieser Hinsicht vorbelastet, mein Vater ist aktiver Jetpilot“, meint Starkl.
Fliegende Mutter
Speziell ist die Situation bei Hptm Frey: „Ich bin Mutter von zwei Kindern und arbeite 40% als Einsatzpilotin auf der Airbase Alpnach, wohnhaft bin ich im Kanton Solothurn.“
Beide sind sich einig, in der Staffel 6 des LT Geschw 2 bestens integriert und akzeptiert zu sein. „Mit Kunden gibt es aber lustige Erlebnisse“, erzählt Frey. „Beim Einsatz mit Beton bei einem Bergbauern hat es diesem buchstäblich die Sprache verschlagen, als ich meinen Helm ausgezogen habe und er mich als Frau erkannt hat. Er hat einen ebenfalls anwesenden Piloten gefragt, ob die das wirklich könne. Nach einem effizienten Einsatz haben sich seine Zweifel aber gelegt.“ Auch Starkl weiss Einiges zu erzählen: „Oft kommt es vor, dass die Passagiere den Loadmaster als Piloten ansprechen, weil dieser ein Mann ist.“
Abwechslung in der Luft
Die beiden lieben ihre Arbeit. „Schöne Erlebnisse gibt es auf allen Flügen. Entweder ist man glücklich über eine gut funktionierende Zusammenarbeit oder man erlebt eine einzigartige Landschaft. Die facettenreichen Erfahrungen sind ein weiterer Punkt“, meint Danielle Starkl. „Wir transportieren Menschen vom Bergbauern bis zum Bundesrat und vom Soldaten bis zum KKdt. Bei unseren Flügen analysieren wir das Risikopotential, welches von verschiedensten Faktoren abhängig ist“, schliesst Hptm Starkl unser Gespräch ab.
Interview vom 03.09.2004 mit Maj Christoph Obrist


