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Schweizer Luftwaffe

«COUGAR ZERO ONE, READY FOR LIFT OFF»
SCHWEIZER HELIKOPTER FÜR DIE EUFOR IM EINSATZ

Hptm Furrer Beat steuert den Helikopter. (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Auf dem Rückflug nach einer gemeinsamen Mission mit einer rumänischen Puma Socat. Am Steuer ist Hptm Beat «Bödu» Furrer.

Seit Juni 2005 unterstützt die Schweizer Armee die EU-Friedensmission European Union Force (EUFOR) in Bosnien-Herzegowina mit Helikoptern vom Typ Cougar. Die fliegenden Schweizer sind hoch geschätzt und bestens integriert, wie die nachstehende Reportage zeigt.

Text und Fotos:
Hauptmann Kurt Heiniger, Detachementschef

 

 

 

Am einem Samstagnachmittag wurden sämtliche Helikopter-Detachemente (Grossbritannien, Rumänien und die Schweiz) zu einem Briefing bestellt. Der zuständige Operationsoffizier erklärte uns, dass im Westen Bosniens eine grosse Aktion zur Zerschlagung eines korrupten Gremiums stattfinden würde. In diesem Rahmen sei am Mittwoch ein Einsatz mit 5 Helikoptern vorgesehen, welche gleichzeitig an einem Ort Soldaten ein-, resp. ausfliegen müssen. Weitere Details wurden uns aufgrund der damaligen Geheimhaltung nicht mitgeteilt.

An besagtem Mittwochmorgen wussten wir lediglich, dass wir um 9 Uhr mit unserem Cougar in Drvar (Ausgangsort der gesamten Operation, ca. 80 km Luftlinie westlich von Banja Luka) beim einem Haus landen müssen, das die holländische Armee für eines ihrer Beobachtungs- und Verbindungsteams (LOT) gemietet hatte. Dort würden wir neue Befehle erhalten.

Nach der Landung zeigte uns ein holländischer Hauptmann ganz kurz das LOT-Haus wo Toiletten, Dusche, Kaffee sind. An einem anderen Ort, im temporären Hauptquartier der Engländer, wurden wir nur ganz kurz über das Geschehen ins Bild gesetzt. Während sich der britische Operationsoffizier mit der englischen «Battle-Group» über die exakte Planung zusammensetzte, wurden wir wieder zum Heli gefahren, der unterdessen von britischen Soldaten bewacht worden war.

«Ohne Mampf kein Kampf!»: Diese alte Weissheit bewog uns dann, kurz vor Mittag zur Survivalausrüstung zu greifen, um uns etwas zu essen zu kochen. Mit dem Notkocher (gefüllt mit Kerosin aus dem Heli) kochte ich ein einfaches Chili con Carne aus der Büchse und zum Dessert einen feinen Capuccino.

Kurz vor 1300h hoben wir dann ab Richtung Ausgangspunkt der Operation, wo nach und nach die anderen Helis (2 engl. Lynx und 2 rumänische Puma Socat) eintrafen. Um 1330h lichtete sich der Geheimnisschleier: Die Idee war, in zwei Wellen englische und ungarische Soldaten in ein Dorf an der Grenze zu Kroatien zu fliegen, und zwar so schnell wie möglich, denn das Überraschungsmoment musste genutzt werden.

Um 1430h hob die erste Welle ab, und eine halbe Stunde später die zweite von einem vorgeschobenen Stützpunkt aus. Nach der zweiten Welle hiess es warten in Drvar beim holländischen LOT-Haus bis zum OK zur „Exfiltration“. Um 16 Uhr 15h wars endlich so weit und kurz darauf auch schon zu Ende. Das offizielle Resultat: Gefunden wurden ein paar Jagdwaffen sowie wenige Handfeuerwaffen, also sicherlich keine Schmuggelware im grossen Stil wie zuerst vermutet. Tags darauf berichtete das kroatischen Fernsehen, dass mindestens 15 Blackhawk-Helicopter in das Dorf eingefallen seien und Soldaten danach alles durchsucht hätten…

Fakten zum Einsatz:

Das Schweizer Helikopter-Detachement ist im britischen EUFOR-Camp BLMF (Banja Luka Metal Factory) stationiert, welches in unmittelbarer Nähe der Stadt Banja Luka im Nordwesten Bosnien-Herzegowinas liegt. Das Camp bildet das Hauptquartier der MNTF NW (Multi National Task Force North West) und beherbergt zirka 1200 Personen, wovon nur ein kleiner Teil zu den fliegenden Besatzungen zählt. Nebst den Briten operieren diverse weitere Nationen, wie zum Beispiel Holland und Kanada von diesem Camp aus. Die Schweizer bilden eine der kleinsten Gruppen.

Die BLMF verfügt zurzeit über eine Flotte von neun Helikoptern. Ergänzend zu den drei Lynx der Briten und den vier Socat (Puma) der Rumänen, stellt die Schweiz der EUFOR zwei Cougar zur Verfügung. Sämtliche Schweizer Detachementsmitglieder (drei Piloten, drei Techniker/Loadmaster, ein Einsatzplaner) sind in einem Wohncontainerkomplex mit gemeinsamer Duche/ WC und einem kleinen Aufenthaltsraum sowie einem Sitzungszimmer untergebracht. Weiter steht ein Arbeitscontainerkomplex mit Büro, Briefingraum und Materialdepot zur Verfügung. Die Helikopter sind in einem grossen Zelt untergestellt, in welchem sie auch gewartet werden. Die Schweizer Armee stellt der EUFOR weiter zwei Verbindungs- und Beobachtungsteams (LOT) mit je acht Offizieren und Unteroffizieren sowie zwei Stabsoffiziere zur Verfügung.

Weitere Informationen zur EUFOR in Bosnien-Herzegowina unter:

Weitere Informationen zum Helikopter Cougar unter:

 

Soldaten im Helikopter
Bei der zweiten Welle waren vor allem ungarische Soldaten sowie deren Sprachmittler an Bord, total 15 Passagiere
Hptm Heiniger kocht das Mittagessen
Während eines Piketteinsatzes im Gelände kocht Hptm Heiniger seinen Kameraden ein einfaches Mittagessen.
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    Zuletzt aktualisiert am: 26.10.2011
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