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Schweizer Luftwaffe

1991 - 2007: Das Flugplatzkommando und die F/A-18 Hornet

Ab 1990 soll sich der Status des Militärflugplatzes von Payerne von einer „Jägerbasis“ zum „Flugplatzkommando“ wandeln, was auf den Aufschwung des Lufttransports mit der Einführung der Helikopter vom Typ Super Puma und der Transportflugzeuge mit Strahlantrieb vom Typ Learjet und Falcon zurückzuführen ist.

 

1991 Thunderbird in Payerne (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
1991 Thunderbird in Payerne

1991 ist das Jahr des 50-jährigen Bestehens des Überwachungsgeschwaders, das im zweiten Weltkrieg auf Befehl von General Guisan geschaffen wurde. In Payerne findet ein grosser Flugtag statt, auf dem mehrere Patrouillen vertreten sind, darunter die Thunderbird der USAF und die Red Arrows der RAF, die Patrouille de France der französischen Luftstreitkräfte und die Frecce Tricolori der italienischen Luftwaffe.

 

1992 wird mit dem Inkrafttreten des Gesetzes über den Schutz von Moorlandschaften in Höhenlagen der Schiessplatz für Flugzeuge in Gibloux geschlossen. Im selben Jahr endet der Flugbetrieb der Mirage IIIS mit dem Raketentriebwerk SEPR.

 

F/A-18 Hornet (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
F/A-18 Hornet

1993 ist das Jahr eines markanten Wandels in der Entwicklung des Flugplatzkommandos Payerne. Am 6. Juni dieses Jahres akzeptiert und unterstützt das Schweizer Volk im Rahmen einer Referendumsabstimmung die Anschaffung der F/A-18 Hornet als neues Kampfflugzeug. Welche Erleichterung, dass die Initiative gegen den Kauf abgelehnt wurde und dass die benachbarten Gemeinden des Flugplatzes sich mit einer durchschnittlichen Ablehnung von 71,4% ganz entschieden für die F/A-18 aussprachen. Im Landesdurchschnitt lag die Ablehnung bei 57,2% und in den Kantonen Waadt und Freiburg bei 52,7%.

Daraufhin wird ein Bauprogramm für über 100 Millionen Franken eingeleitet, um die Einführung der F/A-18 in Payerne vorzubereiten.

Bei diesen zwischen 1995 und 1997 erstellten Bauten handelt es sich vor allem um den Flugsimulator für die Hornet, die Boxen im Norden, die Fangseilanlage für Notlandungen, die Sanierung der Hallen 4 und 5 und die Anpassungen der Befestigungsanlagen des Flugplatzes allgemein.

 

1993 wird auch der Super Puma in Payerne eingeführt.

Im selben Jahr findet ausserdem die Einweihung der neuen Fliegerabwehrkaserne nach ihrer Renovierung und Vergrösserung statt. Payerne wird zur Hochburg der Ausbildung am Fliegerabwehr-Lenkwaffensystem „STINGER“.

1995 reichen die Nationalräte Jacques Martin und Pierre Savary beim Bundesparlament ein Postulat für die Öffnung des Militärflugplatzes für die zivile Nutzung ein.

Von 1995 bis 1997 werden Renovierungs- und Vergrösserungsarbeiten an der Fliegerkaserne für einen Betrag von 34'000'000.- Franken durchgeführt.

 

Hornet vor den Boxen (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Hornet vor den Boxen

Das Ereignis des Jahres 1997 ist der Beginn des operativen Flugdienstes der F/A-18 HORNET. Ausserdem werden in diesem Jahr auch der Flugsimulator für die F/A-18 und das Instrumentenlandesystem (ILS) für Piste 23 in Betrieb genommen.
Die Fliegerkaserne wird mit modernen Räumlichkeiten, die dem aktuellen Bedarf entsprechen, wieder der Truppe übergeben.

 

Im Juni 1998 wird zwischen der Regionalen Gemeinschaft der Broye (COmmunauté REgionale de la Broye, COREB) und dem VBS ein erster Vertrag mit einer Laufzeit von zwei Jahren über die Öffnung des Flugplatzes von Payerne für die Zivilluftfahrt unterzeichnet. Er gewährt ein Kontingent von 800 Flugbewegungen für Geschäfts- und Transportflüge. Im Jahr 2000 wird dieser Vertrag unbefristet verlängert.

Mit der Ausserbetriebnahme des SIMIR (Mirage-Simulator) nach 60'000 Betriebsstunden wird ein Kapitel Geschichte abgeschlossen. Für ihn hatte es eine Garantie für 20'000 Betriebsstunden gegeben. Ein weiteres markantes Ereignis dieses Jahres war die Demontage des Fliegerabwehr-Lenkwaffensystems BL-64.

Im Frühjahr 1998 wird das neue Lärmbelastungskataster des Militärflugplatzes den Behörden vorgelegt. Es sieht 20'000 Kampfjetbewegungen vor, darunter 7'700 mit der F/A-18.

Am 7. April 1999 beginnt von Payerne aus die Operation "ALBA", die erste grosse humanitäre Hilfsaktion der Luftwaffe mit dem Einsatz von 3 Super Puma auf dem Flugplatz von Tirana in Albanien. Das Personal wird mehrfach abgelöst.

 

Mirage IIIS (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Mirage IIIS

Am 31. Dezember geht mit dem Abschied von der Mirage IIIS, die ausser Dienst gestellt wird, ein bewegendes Kapitel in der Geschichte des Flugplatzes zu Ende.

 

Im Rahmen der Öffnung für die Zivilluftfahrt landet im Jahr 2002 das grösste Flugzeug, das je das Flugplatzkommando angeflogen hat: eine Iljuschin 76, die Ausrüstung für ein Freiburger Unternehmen holt.

 

Iljuschin 76 auf dem Rollfeld von Payerne (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Iljuschin 76 auf dem Rollfeld von Payerne
Iljuschin 76 auf dem Rollfeld von Payerne (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Iljuschin 76 auf dem Rollfeld von Payerne

Das Jahr 2003 ist von zwei grossen politischen Ereignissen geprägt.

Nach dem Beschluss des Bundesrates, den Luftraum während des WEF 2003 in Davos zu sperren, setzt das Flugplatzkommando zum ersten Mal mit Kriegsraketen vom Typ AMRAAM und SIDEWINDER bewaffnete F/A-18 für Aufgaben der Luftpolizei ein. Der Flugplatz ist rund um die Uhr operationell. In der Nacht halten sich zwei Hornets im Alarmzustand zum Starten bereit.

Im Juni 2003 findet in Evian auf Einladung des französischen Präsidenten Jacques Chirac der G8-Gipfel der Staats- und Regierungschefs statt. Im Einvernehmen zwischen der französischen und schweizerischen Regierung wird der Luftraum in einem Umkreis von 10 km um die Stadt Evian gesperrt. Ein französisches Detachement von Mirage 2000 und TUCANO ist in Payerne stationiert. Die Verfügbarkeit der Mittel der Luftwaffe ist rund um die Uhr gewährleistet. Je nach Phasen sind 2 F/A-18 und 2 französische Mirages 2000, die mit Kriegsraketen bewaffnet sind, permanent von Payerne aus im Einsatz. Die TUCANO und die PC-7 übernehmen die Überwachung bestimmter Sektoren in geringer Höhe.

 

Bewaffnete Mirage 2000 und F/A-18 beim G8 (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Bewaffnete Mirage 2000 und F/A-18 beim G8
G8 Mirage 2000 et F/A-18 armés (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster

Auf dem Waffenplatz von Bière wird eine bedeutende Lufttransportbasis für den G8 in Betrieb genommen. Super Puma und Alouette 3 übernehmen die Beförderung von Personen zwischen Genf, Lausanne und Evian und leisten wirkungsvolle Unterstützung für die Polizei.

Im Juni 2004 findet auf dem Flugplatz ein bewegendes Ereignis statt, als seine Heiligkeit Papst Johannes-Paul II im Rahmen einer apostolischen Reise in der Schweiz mit einem Airbus A-320 in Payerne landet. Der Papst wird in Payerne vom Bundespräsidenten Joseph Deiss und von den Bundesräten Micheline Calmy-Rey und Samuel Schmid empfangen.

 

Seine Heiligkeit Johannes-Paul II und der Bundesrat Joseph Deiss (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Seine Heiligkeit Johannes-Paul II und der Bundesrat Joseph Deiss
Seine Heiligkeit Johannes-Paul II in Payerne (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
Seine Heiligkeit Johannes-Paul II in Payerne

Nach vielen Monaten der Vorbereitung begeistert am 4. und 5. September die Air04 rund 275'000 Menschen, die gekommen waren, um die Flugdarbietungen der modernsten Kampfflugzeuge und Helikopter zu bestaunen. Mit der Air04 feierte die Luftwaffe ihr 90-jähriges Bestehen, das 40-jährige Jubiläum der Patrouille Suisse und 15 Jahre PC-7-Team. Mit Vorführungen von 6 Luftpatrouillen war diese Veranstaltung in ganz Europa das grösste Ereignis seiner Art in diesem Jahr.

 

AIR04  Patrouille Suisse (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
AIR04 Patrouille Suisse

AIR04 Red Arrows (Vergrösserung im neuen Fenster)Vergrösserung im neuen Fenster
AIR04 Red Arrows

Im Oktober 2005 teilt der Chef der Armee nach den politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre den Regierungen der Kantone Freiburg und Waadt offiziell seine Zustimmung zu einer Quote von 10'000 zivilen Flugbewegungen auf dem Militärflugplatz Payerne mit.

Gleichzeitig wird das neue Lärmbelastungskataster des Militärflugplatzes von Payerne den Behörden vorgelegt. Es basiert auf dem neuen Stationierungskonzept der Armee und der Luftwaffe. Dieses Kataster sieht 13'900 Bewegungen von Kampfflugzeugen vor, darunter 7'700 Bewegungen der Hornet.

 

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Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2010
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