Seite drucken | Fenster schliessen
Schweizer Luftwaffe

Kriegsmobilmachung der Staffel 19

Bei der Kriegsmobilisation übernahm die Staffel 19 die alten Dewoitine D-27 der Fliegerstaffel 21, welche vorgängig auf die kurz vor Kriegsbeginn beschafften Messerschmitt Me 109 E umgeschult hatte. die D-27 war das erste Ganzmetallflugzeug der Schweizer Fliegertruppe und bei ihrer Einführung 1928 zweifellos äusserst modern gewesen. In ihren alten Tagen hatte sie sich allerdings einige unangenehme Eigenschaften zugelegt, die mehreren Piloten das Leben kosteten: Während Sturzflügen mit mehr als 300 km/h begannen die Flügel zu flattern und langsame Flugmanöver endeten oft in einer Flachvrille, die nicht mehr zu retablieren war.

Im Mai 1940 schulte die Staffel 19 schliesslich auf die in Lizenz gebauten Morane D-3800 um und erhielt damit endlich eine moderne Jagdmaschine, welche es im Horizontalflug immerhin auf ca. 500 km/h brachte. Nach abgeschlossener Umschulung war die Schweiz von den Achsenmächten umschlossen und die militärische Bedrohung der Schweiz näherte sich ihrem Höhepunkt. Im Rahmen der Ablösungsdienste, welche meistens mehrere Monate dauerten, wurde deshalb eifrig Luftkampf und der Waffeneinsatz gegen Bodenziele geübt, wobei aufgrund der prekären Versorgungslage oftmals nur "Emserwasser" als Ersatztreibstoff zur Verfügung stand.

Da bei Kriegsausbruch noch keine Erwerbsausfallentschädigung ausbezahlt wurde, stellten die ausgedehnten Militärdienste für viele Angehörige der Armee eine grosse finanzielle Herausforderung dar. Um die Not der Soldaten etwas zu mildern, gab die Fliegerkompanie 19 die ersten Soldatenmarken des Zweiten Weltkrieges heraus. Die Idee zeigte Wirkung und vielen Bedürftigen konnte geholfen werden.

Kurze Zeit später wurde die Ausgabe von Soldatenmarken verboten, doch da in der Zwischenzeit die Ausgleichskasse geschaffen worden war, sahen sich die die Armeeangehörigen von ihrer Sorge befreit.

Im Laufe des Krieges leistete, die Fliegerkompanie 19 in Meiringen, Dübendorf, Emmen, Thun, Kägiswil und Littau Dienst. Erst nach 1945 wurde den Staffeln ein fester Flugplatz zugeteilt. Mit der Umschulung auf Mustang P-51 erhielten die 19er zusammen mit der Fliegerstaffel 11 Alpnach als Kriegsstützpunkt. Der Hochleistungsjäger P-51, den die Schweiz 1947 aus Kriegsbeständen der Alliierten Luftstreitkräfte günstig erworben hatte, war lange Zeit noch der Stolz der Piloten, trotz beginnender Konkurrenz durch die ersten Düsenflugzeuge. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 720 km/h schaute man bestenfalls mit Wohlwollen auf die damals noch reichlich vorhandenen Moranes und Pilatus C 36 herunter. Der im Rahmen eines normalen Flugauftrages gar nicht ausschöpfbare Benzinvorrat und ein bequemes und übersichtliches Cockpit mit der ersten Vollsichthaube sorgten für einen gewissen Komfort, selbst in einem Kampfflugzeug.

Im Verlauf der Jahre kamen aber auch diese Maschinen ins kritische Alter und die Einsatzprofile mussten deshalb immer mehr eingeschränkt werden. Zunehmende Störungen im Flug, speziell Kurbelwellenbrüche, machten es schliesslich notwendig, die legendären Flugzeuge auszumustern. Im September 1956 wurde daher auch die Fliegerstaffel 19 auf DH-112 Venom ausgebildet.

 

    Für Fragen zu dieser Seite: Kommunikation Luftwaffe
    Zuletzt aktualisiert am: 12.05.2010
    Logo Fliegerstaffel 19
    Seite drucken | Fenster schliessen