Seite drucken | Fenster schliessen
Schweizer Luftwaffe

Gesamtrapport Lehrverband Flab 33

20.01.2011

„Alle Mitarbeitenden sind wichtig"

Mit diesen Worten eröffnete der Kommandant des Lehrverbandes Flab 33, Brigadier Marcel Amstutz, den diesjährigen Gesamtrapport. Die Berufsorganisation nahm die Gelegenheit wahr, sich aus erster Hand über aktuelle Themen rund um den Lehrverband zu informieren.

Von Hauptmann Patrick Semadeni, Presseoffizier, Stab LVb Flab 33
Fotos: Fachof Christophe Ruchonnet, Stab LVb Flab 33

Der Mensch im Zentrum
Wie ist die Leistung 2010 zu bewerten? Wo steht der Lehrverband in seinen Projekten? Wie sieht die Zukunft des Lehrverbandes und der bodengestützten Luftverteidigung BODLUV aus? Wichtige Fragen, auf die der Kommandant und einige seiner Mitarbeiter Auskunft gaben.

Doch zunächst rückte Brigadier Amstutz seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Zentrum: „Sie alle sind wichtig. Wir wollen den Lehrverband Flab 33 als ein Unternehmen leben.“ Und er fordert seine Mitarbeiter auf: „Zeigen Sie Berufsstolz.“

Schliesslich dankte er den Mitarbeitenden, welche den Lehrverband verliessen, für Ihre Arbeit. Die neuen Mitarbeitenden hiess er herzlich willkommen.


„Wir haben alle Ziele erreicht.“
Brigadier Amstutz zeigte sich zufrieden mit der geleisteten Arbeit vom vergangenen Jahr. Alle Ziele wurden erreicht. Besonders erfreulich: die gute Leistung beim Einsatz „APOLLINAIRE“ zu Gunsten des Frankophoniegipfels in Montreux. Hier wurde bewiesen, dass die Grundbereitschaft in den Kernbereichen vorhanden ist und dass Echtzeiteinsätze nach der einsabezogenen Ausbildung erfüllt wurden.

Im Personalbereich erkennt Brigadier Amstutz hingegen Optimierungspotenzial: „Wir müssen vielseitiger und flexibler einsetzbar werden.“ Multitasking ist hier das Ziel, an dem bereits gearbeitet wird. Die gewünschte Frontnähe – ein weiteres Ziel im Personalbereich – wurde durch zahlreiche Besuche von Kommandanten bei Einheiten und in Schulen gut erfüllt.

Einen Engpass ortet Brigadier Amstutz bei den Projektkapazitäten im Bereich BODLUV Neue Generation (NG): „Die Bereitschaft zur Mitarbeit ist erfreulich. Zudem ist die BODLUV NG auch in der Masterplanung enthalten. Das ist ein wichtiger Meilenstein. Die Folgeprodukte aus der Grundlagenplanung benötigen aber noch mehr Ressourcen. Da müssen wir noch optimieren.“


Den Wert der Sicherheit erklären
Die Sicherheit des Landes wird als selbstverständlich angenommen. Niemand macht sich Sorgen. Das zeigt auch das Sorgebarometer 2010 der Tagesschau, das der Kommandant präsentiert: an erster Stelle rangiert mit 76% die Sorge um den Arbeitsplatz. Die Sicherheit des Landes erscheint nicht. Brigadier Amstutz benutzt das Sinnbild eines Sackmessers: die Klingen sind eingeklappt, aber jeder geht davon aus, dass das Messer im Bedarfsfall funktioniert.

„In welchem Land würden Sie leben wollen? Ein Unternehmen gründen? Forschung und Entwicklung betreiben?“ fragt der Kommandant, und antwortet gleich selber: „Natürlich in einem stabilen und sicheren Land. Wie die Schweiz eines ist.“ Die Armee schafft Sicherheit. Dient als Versicherung. Diesen Wert müssen wir immer wieder erklären. Sicherheit kostet viel Geld.


Weiterhin vorwärts mit TRIO
Das Motto „Vorwärts mit TRIO“ bleibt bestehen. Um die Fähigkeiten in allen Lagen Aufrecht erhalten zu können, sind alle Systeme nötig. Nur so kann der Objekt- und Raumschutz gewährleistet werden. So bleiben auch die Ziele im Bereich der Grundbereitschaft und der Erfüllung der Echteinsätze 2011 unverändert.

Im personellen Bereich legt der Kommandant im kommenden Jahr besonderen Wert auf den raum- und zeitunabhängigen Einsatz seiner Berufskader. Zusammengefasst: Multifunktionalität und Flexibilität. Und dies bei einer hohen Qualität der Arbeitsleistung. So seine Erwartungen.

Schliesslich möchte Brigadier Amstutz die Weiterentwicklung der BODLUV entscheidend vorantreiben.

Die Highlights im Jahr 2011
Es wird viele Highlights im kommenden Jahr geben. An der Ausbildungsfront sollen Truppenbesuche wichtige Erkenntnisse liefern und einen Beitrag zur Frontnähe leisten. An der Einsatzfront WEF 2011 ist die BODLUV mit über 300 Soldaten engagiert.

Weitere Highlights sind die Feier 75 Jahre Flab am 25.06.2011 in Dübendorf, die Weiterentwicklung der BODLUV NG sowie die Kampagne “OPEN SPIRIT 2011“.

Diese Kampagne wird vom Projektleiter Oberstleutnant Martin Blum vorgestellt. Es handelt sich um ein taktisches Schiessen mit dem deutschen Verband Fliegerabwehr Raketen Geschwader 5 (FlaRakG 5). Bereits 2007 hat eine Rapier Feuereinheit an der damaligen Kampagne teilgenommen. Zusätzlich wird in diesem Jahr auch das System Stinger eingesetzt, also zwei Systeme. Überprüft wird die Einsatz- und die Ausbildungsdoktrin entlang der Miliztauglichkeit. Der Tatbeweis der Befähigung wird am scharfen Schuss erbracht. Das taktische Schiessen auf Kreta findet in der Kalenderwoche 40 statt.


Viel Arbeit im Bereich Projekte und Controlling
„Wir bearbeiten viele Projekte.“ Stellt Oberstleutnant im Generalstab Hugo Roux fest. Innerhalb des Lehrverbandes ist er verantwortlich für den Bereich Grundlagen, Projektplanung, Controlling GPC.

Er stellt verschiedene Projekte genauer dar. Erfreut zeigt sich Oberstleutnant Roux darüber, dass bereits 3 Feuereinheiten sensorverbundtauglich gemacht wurden. Weitere 8 sollen 2011 folgen.

Im Rahmen des Controlling schliesslich stehen wiederum die Inspektionsübung CHESS sowie die Zertifizierungen im Mittelpunkt. „Dadurch zeigen wir der Truppe gegenüber unsere Wertschätzung für ihre Arbeit.“ erklärt Oberstlt i Gst Roux, „Und wir gewinnen wichtige Erkenntnisse um besser zu werden.“

Professionelles Human Resources Management
Oberst im Generalstab Peter Alt erklärt die Einsatz- und Laufbahnsteuerung ELS. Diese basiert auf der Verordnung des VBS für das militärische Personal und ist für den Lehrverband aufgesetzt. Der designierte HR Berater Marcel Schüwig erläutert das neue Human Resources Management des Bereiches Verteidigung. Dieses soll zu einer Steigerung der Professionalität und zu substanziellen Kostensenkungen führen.

Die Geschäfte des Lehrverbandes
Ähnlich wie bei den Projekten vermag der Stabschef des Lehrverbandes Oberstleutnant im Generalstab Herbert Urban im gegebenen Zeitfenster nicht alle Aktivitäten zu erläutern. Es wären schlicht zu viele.

So wurden beispielsweise bereits die Kurs- und Schulungstableaus für 2011 und für 2012 (noch nicht genehmigt) erstellt. Eine Krisenorganisation wird ab Februar 2011 für Emmen eingerichtet sein, Payerne wird folgen. Zudem verfügt der Kommandant Lehrverband über wöchentliche Führungskennzahlen zu Beständen, Kapazitäten und Finanzen sowie das aktuelle Kurs- und Schulungstableau.

Besonders wichtig wird 2011 die Volltruppenübung STABANTE 2011 sein. Es ist seit Jahren wieder die erste Luftwaffenverbundsübung.


Die BODLUV NG erscheint am Horizont
Die BODLUV, hält der Kommandant fest, muss national, alleine und immer wirken. Es gibt nur eine BODLUV, und dafür ist der Lehrverband Flab 33 zuständig. Dafür werden auch in näherer Zukunft alle drei aktuellen Systeme benötigt. Der Systemgedanke begleitet auch die Planungen für die Ablösung von TRIO: „Es braucht auch in Zukunft ein Gesamtsystem BODLUV.“ ist Brigadier Amstutz überzeugt.

Für die Ablösung TRIO sind zwei Teilsysteme vorgesehen: eines „für die letzte Meile“ mit C RAM Fähigkeit und eines mit Wirkungsbereich bis 40 Kilometer für den Objekt- und Raumschutz. In Kooperation mit Nachbarstaaten muss die Thematik Abwehr ballistischer Lenkwaffen verfolgt werden.


Mit Optimismus in die Zukunft
Der Gesamtrapport hat eindrücklich aufgezeigt, wie vielseitig und bedeutend die Arbeit und die Leistungen des Lehrverbandes für unser Land sind. Vor allem die Gestaltung einer positiven Zukunft basierend auf einer soliden Leistung in der Gegenwart kristallisiert sich als Hauptaufgabe heraus.

Zum Abschluss resümiert Brigadier Amstutz: „Ich bin zufrieden mit dem Jahr 2010. Wir wissen, wo wir stehen, und wir wissen, wo wir besser werden können.“ 

 

Für Fragen zu dieser Seite: Lehrverband Flab 33
Zuletzt aktualisiert am: 15.03.2011
Verbandsabzeichen Lehrverband Flab 33
Seite drucken | Fenster schliessen