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Schweizer Luftwaffe

Die Fernmeldetruppenschule aus Wien besucht den LVb FU 30

Gäste und Gastgeber in sichtlich guter Laune

Gruppenbild in Dübendorf

Hauptadjutant Manuel Tinner empfing die Kameraden aus Wien am Grenzübertritt Au/Lustenau, wo sie nach einer mehrstündigen Autofahrt aus Wien eintrafen. Nach einem kurzen Briefing und dem Bezug der Unterkunft in Dübendorf, wo sich das logistische Zentrum für den Besuch befand, stand ein Besuch in der Stadt Zürich auf dem Programm. Am ersten Besuchstag wurden sie vom Kommandanten des Lehrverbandes Führungsunterstützung 30, Brigadier Willy Siegenthaler, herzlich empfangen und durften sich anschliessend im kühlen Theoriesaal in die Aufgaben der Schweizer Übermittlungstruppen und der entsprechenden Schulen einführen lassen.

Oberstleutnant Hammer vor einem Uem Zug, den er über das Weitermachen befragt

Am folgenden, heissesten Tag des Jahres stand ein Besuch bei den sich in der Ausbildung befindlichen Übermittlungs- und Führungsunterstützungs- Rekrutenschule 62 auf dem Programm. Zuerst in Bülach, wo Delegationsleiter Oberstleutnant Werner Hammer mit unverkennbarem Wiener Schmäh die Rekruten fragte, ob sie sich eine Einteilung in eine Übermittlungsschule gewünscht hätten und ob sie weitermachen wollten. “Wenn ich nach der Rekrutenschule keinen Job finde, ist das für mich eine Option“, meinte etwa einer der Rekruten – sonst blieben sie bei letzterer Frage eher stumm – die Gespräche über das Weitermachen standen gerade bevor, und man wollte sich noch nicht in die Karten blicken lassen...

 

 

“Ich finde das phänomenal, wie die jungen Menschen motiviert sind und mitmachen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass sie hier viel früher mit den echten Systemen arbeiten können, als in Österreich“, so Oberstleutnant Hammer.

Im Anschluss an den Besuch in der Schule folgte eine Demonstration der RAP Panzer (Radio Acces Point), mobiler, gepanzerter Fahrzeuge, die mit Richtfunk und Funk ausgestattet sind und eine Verbindungsaufnahme in kurzer Zeit möglich machen. Stabsadjudant Saillen und Fachlehrer Burri demonstrierten den beeindruckten Besuchern aus unserem östlichen Nachbarland die modernen Geräte. Ein erster Höhepunkt war dann sicherlich die Fahrt im RAP Panzer in die Kaserne Kloten.
Oberstabswachtmeister Hoschopf auf den RAP-Panzer
Stabsadjutant Saillen erklärt Oberleutnant Pohl und Oberstabswachtmeister Hoschopf auf den RAP-Panzer

Oberleutnant Pohl auf den RAP-Panzer in Einsatzposition

Eine typische Unterkunft in der Kaserne Kloten/Bülach

Der Rundgang durch die Räumlichkeiten einer Kompanie mit dem Schulkommandanten, Oberst i Gst Thomas Schmid, beeindruckte vor allem Oberstabswachtmeister Hoschopf: “Alles ist robust und einfach – und vor allem zweckmäßig gebaut. Kein Schnickschnack; aber alles funktioniert. Zudem erschweren keine unnötigen Dienstwege den Dienstbetrieb. Wollen wir in Wien eine neue Schraube kaufen, geht die Beschaffung fast hoch bis ins Ministerium – hier ist man viel pragmatischer.“

 

Nach dem Mittagessen ging es weiter mit einem Besuch der Verbandsausbildungsschule Telematik (VBA Tm 61) in Frauenfeld. Oberst i Gst René Baumann informierte über den Ablauf der Verbandsausbildung und die aktuell stattfindende Übung "TURICUM TRE". Auf dem anschließenden Besuch beim “schulinternen“ Führungsunterstützungsbataillon 606 vor Ort im Einsatzraum Winterthur konnten sich die Gäste aus Österreich vom Funktionieren der einzelnen Fachbereiche überzeugen. Oberleutnant Pohl: “Mir fällt auf, dass das Verhältnis Theorie-Praxis komplett anders ist: Die Miliz macht das, was bei uns meist nur Profis machen dürfen. Das führt sicher zu motivierteren Soldaten und so zu einer besseren Verankerung der Armee in der Zivilbevölkerung. Diese zeigt sich auch durch viele gemeinsame Veranstaltungen mit zivilen Veranstaltern auf Militärgrundstücken.

Obwohl an jedem Besuchsstandort genügend Tee und Mineralwasser zur Verfügung stand, wären wohl alle Teilnehmer einem kühlenden Bad in der Thur oder der Limmat nicht abgeneigt gewesen. Und so waren denn auch alle froh, als am späten Nachmittag das offizielle, intensive Besuchsprogramm zu Ende war. Der Delegationsleiter aus Wien fasste den Besuch wie folgt zusammen: “Die Soldaten hier respektieren einander gegenseitig und werden zum aktiven Mitdenken und Mitmachen ausgebildet. Das fördert auch das Klima zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaftsgraden. Bei uns ist das alles viel stärker getrennt und hierarchischer aufgebaut. Ich bewundere meine Schweizer Kollegen, wie sie mit weniger Ausbildungszeit effizient ausbilden und mit der Miliz hochkomplexe Systeme problemlos zum Einsatz bringen können. Für mich wirkt die Schweizer Armee wie eine Einsatzarmee und überhaupt nicht wie eine Friedensarmee. Respekt!“

Nach einem bereits der Kameradschaftspflege dienenden kühlen Bier stand am Abend noch das Abschlussessen an, wo die Freundschaften Österreich-Schweiz im speziellen Rahmen gefeiert werden konnte.

 

Der Präsident der ig-uem mit der Delegation aus Österreich im Museum

Am Abreisetag stand noch der Besuch des neu eingeweihten Museum der Interessen Gemeinschaft Übermittlungstruppen (www.ig-uem.ch Externe Seite. Inhalt wird in neuem Fenster geöffnet.) an. Der Präsident Hanspeter Steiner erläuterte mit Stolz die Entstehungsgeschichte der IG Uem bzw des Museums. Interessiert wurden anschließend die Karten des Österreichischen Museumsleiter in Wien ausgetauscht um einen neuen Kontakt erschließen zu können. Nach einem kurzen Apéro-Lunch wurden die Kameraden durch Oberst i Gst Thomas Schmid und seinem Fhr Geh, Hauptadjutant Manuel Tinner verabschiedet. 

Ein Cougar hebt ab

Ein toller Besuch, bei welchem informell zahlreiche Erfahrungen ausgetauscht werden konnten. Die Verbindung Schweiz-Österreich funktioniert.

(Autoren : Hauptmann Bernhard Bischoff und Gefreiter Alfred Widmer)


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    Zuletzt aktualisiert am: 11.08.2010
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